Rainer Schneemayer über die Zukunft der Cloud

Rainer Schneemayer über die Zukunft der Cloud

GF Timewarp, Schneemayer

IT-Welt im Gespräch:
Rainer Schneemayer über die Zukunft der Cloud

Heutzutage nutzt nahezu jedes Unternehmen bewusst oder unbewusste Cloud-Servicemodelle. Dabei geht der Trend deutlich Richtung Managed Services.

Unternehmen wollen und können immer weniger Infrastruktur selbst betreiben. Das liegt neben erhöhten Anforderungen an die Rechenleistung auch daran, dass gesetzliche Regularien wie NIS2 und DORA die Komplexität erhöhen. Im IT Welt Interview spricht Rainer Schneemayer außerdem über aktuelle Trends und Entwicklungen der Corporate Cloud Welt.

EU-Vorgaben als Haupttreiber – oder bringt der Markt selbst die Dynamik?

Mit Anfang Oktober tritt das NISG 2026 in Österreich in Kraft. Das Gesetz betrifft schätzungsweise über 5.000 Organisationen und Unternehmen sowie indirekt circa 50.000 Beteiligte. Dabei handelt es sich um die Umsetzung der EU-Richtlinie NIS 2 für mehr Cybersecurity. Seit dem 17. Januar 2025 ist außerdem die EU Verordnung DORA in Kraft, die den Finanzsektor vor Cyberangriffen und Computerausfällen schützen soll.

Damit werden Cloud-Strategien nicht einfacher, insbesondere wenn Multi-Cloud-Umgebungen auf eigene Infrastruktur treffen. Hinzu kommen neue Anforderungen rund um KI-Anwendungen und deren sichere Einbindung in bestehende IT-Landschaften. Auch wir bei Timewarp unterliegen diesen regulatorischen Anforderungen und kennen die damit verbundenen Herausforderungen aus eigener Erfahrung. Gerade deshalb unterstützen wir unsere Kunden dabei, sichere, datensouveräne und compliant betriebene Cloud- und KI-Plattformen aufzubauen.

Datensouveränität trotz Managed Cloud Services

Durch die erhöhte Komplexität setzen viele Unternehmen auf Managed Services – idealerweise eines lokalen Anbieters, denn hier gibt es einen direkten Ansprechpartner für individuelle, datensouveräne Lösungen. Neben Iaas und PaaS setzt Timewarp auf Managed Services – und dabei steht Souveränität an erster Stelle:

  • Datensouveränität: Wo liegen die Daten und wer hat Zugriff?
  • wirtschaftliche Souveränität: Kosten und Kostentransparenz
  • Multi-Cloud-Lösungen: Vermeidung des Vendor Lock-In

Durch den steigenden Bedarf an KI Anwendungen nutzen Timewarps Kunden verstärkt unsere Business Lösungen im KI Bereich. Oft ist der Grund dafür, dass Kunden die physischen Infrastrukturen nicht bereitstellen können in ihren eigenen Rechenzentren.
Grund dafür sind die erforderlichen physischen Infrastrukturen:
Effiziente Stromversorgung und Kühlkapazität fehlt oft in eigenen Rechenzentren und muss daher ausgelagert werden.

Ist Multi-Cloud die richtige Antwort auf die neue IT-Komplexität?

Für Disaster-Recovery-Szenarien ist eine diversifizierte Cloud-Lösung unerlässlich.

Im Notfall muss man handlungsfähig sein und einen kompromitierten Cloud-Service ohne erhebliche Verluste verlassen können. Es braucht auch einen Backup-Plan.

Gerade bei komplexen Umgebungen ist das herausfordernd: Unternehmen nutzen verschiedene Infrastrukturen und Services – betreiben gleichzeitig noch eigene Server.
Das kann zu Problemen führen. Deshalb ist es wichtig, zuerst eigene Abläufe zu analysieren und daraus konkretes Optimierungspotenzial abzuleiten.

 

Gefahr vor Abhängigkeit von US Hyperscaler

Der Trend Richtung Managed Services birgt Gefahr eines Vendor Lock-Ins – vor allem bei den großen US-Playern. Das liegt daran, dass gerade Hyperscaler häufig proprietäre Services anbieten, die sich nicht einfach so auf eine andere Plattform migrieren lassen. Im Worst Case fallen diese Services alternativlos weg, wenn man den Public Cloud Anbieter wechseln will.

Eine Alternative zu diesen Services ist Nextcloud, eine freie Open-Source-Software, mit der man eine eigene Cloud-Plattform auf einem eigenen Server einrichten kann. Die verfügbaren Funktionen von Nextcloud können z.B. Microsoft Services ersetzen. Timewarp hostet für Kunden Nextcloud und bietet diese europäische Alternative als Service an.

 

To Wrap it up

Der Wandel hin zu Managed SaaS- und Multi-Cloud-Modellen ist längst keine reine IT-Entscheidung mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit. Getrieben von strengen Regularien wie NIS2 und DORA sowie den immensen Hardware-Anforderungen moderner KI-Systeme, lagern Unternehmen den technischen Infrastrukturbetrieb zunehmend an Spezialisten aus. Der Schlüssel zum Erfolg liegt jedoch nicht im blinden Folgen von Technologietrends, sondern in der präzisen Analyse eigener Geschäftsprozesse. Nur wer Daten- und wirtschaftliche Souveränität gezielt wahrt – etwa durch etablierte lokale Anbieter und durchdachte Disaster-Recovery-Strategien –, vermeidet gefährliche Vendor-Lock-ins und mögliche Zugriffe auf die Unternehmensdaten durch den Cloud Act.

Mehr